Samstag, 19. Juli 2008

Was macht ihn aus, den guten Party-DJ?

Selbstzufriedenheit und Selbstverliebtheit kann es schon mal nicht sein, soviel ist sicher.

Natürlich ist es schön, wenn ein DJ viel Geld damit verdient seine Lieblingsmusik zu spielen, aber das ist sehr selten der Fall. Der DJ ist ein Dienstleister und wer zahlt schafft an!

Meiner langjährigen Erfahrung nach ist es der ständige Wunsch dem Gast ein Erlebnis zu bieten und sich bei jedem Song erneut zu überlegen was denn als nächstes laufen soll.

Manchmal flutscht es, oft genug aber ist es harte Arbeit dort hinter den Reglern, auch wenn es von vorne ganz anders aussieht. Es ist ein verdammt einsamer Job da hinter dem Mixer. Denn selbst wenn einige Ratschläge oder Wünsche aus dem Publikum kommen ist nicht immer gesagt, daß die Tanzfläche damit voll wird oder bleibt. Was dem einem gefällt scheucht den anderen nach draussen.

Geschmäcker sind verschieden und genau das ist die Aufgabe des guten Party-DJ's: Er muß die Stimmung auffangen und versuchen diese musikalisch umzusetzen!

Früher konnte man dem Publikum noch ansehen was es hören wollte.
Lange Haare und Lederkutte - ganz klar: Ein Rocker!
Weiße Slipper und gut gebügeltes Hemd: Der typische Discofoxer!

Doch dann kamen die 90er und plötzlich stand der altbekannte AC/DC-Fan vor einem und wollte Scooter hören! *argh* Ein Weltbild brach zusammen...

Auf Hochzeiten oder Firmenfeiern muß man ein relativ breites Spektrum an Musik abdecken um die Gäste von 8 bis 80 zufrieden zu stellen. Jedem soll Genüge getan werden Vom Walzer und Discofox, über Salsa und Jive bis hin zu Rock und Freistil - sämtliche Tanzrichtungen sind gefragt.

Leider gibt es wenige Gäste die diese Vielfalt und das Gespür für das Publikum auch honorieren, und wenn es nur ein Schulterklopfen, ein "Daumen hoch" oder ein paar lobende Worte sind.

Lieber Gast: Bevor Du da ratlos guckend und gelangweilt oder gar genervt auf Deinem Platz rum sitzt, komm doch einfach zum DJ und frag freundlich lächelnd nach der Art von Musik, auf welche Du gerne tanzen würdest.

Natürlich richtet sich der DJ erst einmal nach dem Publikum, welches bereits auf der Tanzfläche abhottet und versucht diese zu halten. Genauso versucht ein guter Discjockey aber auch alle paar Songs einen Richtungswechsel einzubauen um es möglichst jedem Recht zu machen - was sowieso nie geht.

Einem sitzenden und öde drein guckenden Gast läßt sich aber schwer aus dem Gesicht ablesen was er eigentlich will.
Vielleicht gefällt die Musik sogar, nur ist man gerade gedanklich wo anders...
Oder es juckt bereits in den Beinen und die Arbeitskollegen auf der Feier sollen nicht mitbekommen was man für ein Partyluder ist...
Oder man will unbedingt was hören, worauf der Plattenschubbser da vorne jetzt partout nicht kommt...

Bester Tipp: Aufstehen, hingehen und ansprechen! Dafür ist der DJ in der Regel da...

Oft genügt ein kleiner Fingerzeig in die gewünschte Richtung und schon geht die Party ab!

Aber bitte die Veranstaltung dann nicht mit einem Wunschkonzert verwechseln! Der DJ weiß dann in Regel schon weiter, wenn er weiß woher der Wind weht...

Ansonsten kann es durchaus passieren, daß der DJ in bewährte Muster verfällt und man schon vorher erahnen kann was als nächster Titel läuft. Diese Standard-Übergänge passieren oft nur aus Verlegenheit - oder weil sie sich einfach bewährt haben. Natürlich versucht man dies immer wieder zu variieren.

Ich persönlich bin übrigens nie zufrieden, egal wie gut die Party läuft. Mag sein, daß genau das einen guten DJ für München und Oberbayern ausmacht, aber auf Dauer macht es einen ganz schön fertig. ;-)

Groovige Grüße,
Euer DJ Dan [;-P

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